Zwar ist die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) eine ernste Erkrankung. Bei den meisten Betroffenen verläuft sie jedoch wie eine Grippe und führt zu keinen Komplikationen. Nur bei zehn Prozent der Erkrankten befällt das Virus auch das zentrale Nervensystem – eine Entzündung von Hirn und Hirnhäuten droht.Im Überblick
FSME-Symptome: Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel sind typisch
Die
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine erst zu nehmende Krankheit. Trotzdem: Schwere Verläufe sind bei dieser durch Zecken übertragenen Infektion eher die Ausnahme. Hinzu kommt: Nicht jeder Biss einer infizierten Zecke führt automatisch zu einer FSME und nur 30% der Infizierten zeigen überhaupt Symptome. Eine Impfung ist dennoch sinnvoll, da es sich um eine Virus-Infektion handelt. Das bedeutet: Im Falle eines schweren Verlaufs steht kein wirksames Medikament zur Verfügung.
Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Infekten, gegen Viren wirken sie nicht.
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FSME verläuft meistens relativ harmlosDie ersten Symptome der FSME treten ca. 7-14 Tage nach dem Zeckenbiss auf, gelegentlich auch 4 Wochen. Die FSME beginnt mit grippeartigen Beschwerden wie mäßigem Fieber meistens unter 38°C, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl. Bei fast 90% der Erkrankten ist die FSME nach dieser ersten Phase auch schon überstanden.
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Eine Meningitis ist die AusnahmeBei 10% der Erkrankten befällt das Virus nach einem fieberfreien Intervall von einer Woche bis maximal 20 Tagen das zentrale Nervensystem. Es kommt zu einer Meningitis, einer Hirnhautentzündung, mit Nackensteifigkeit, starken Kopfschmerzen und hohem Fieber. In den meisten Fällen heilt die Meningitis nach einigen Tagen folgenlos aus. In schweren Fällen entwickelt sich eine Meningoenzephalitis, d. h., nicht nur die Hirnhaut, sondern auch das Gehirn ist entzündet. In diesem Fall können Sprach- und Schluckstörungen, Bewusstseinstrübungen, Lähmungserscheinungen und psychische Veränderungen hinzukommen. Diese Fälle sind allerdings sehr selten. Auch eine Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) ist die Ausnahme und tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Eine Myelitis kann u. a. zu Anfallsleiden und andauernden Kopfschmerzen führen.
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Kinder überstehen FSME fast immer gutSelbst bei Patienten mit schweren Krankheitsverläufen heilt die FSME meistens völlig aus. Nur in 10 bis 20% der Fälle ist mit Folgeschäden zu rechnen. Todesfälle treten bei 1 bis 2 % der Patienten mit einem Befall des zentralen Nervensystems auf. Bei Kindern verläuft die FSME fast immer unkompliziert.
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Zur Diagnose von FSME ist ein Bluttest notwendig
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) äußert sich vor allem zu Beginn der Krankheit durch relativ allgemeine Symptome wie Abgeschlagenheit, leichtes Fieber, Kopfschmerzen oder Schwindel.
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Liquor-Entnahme etwas aufwendigerDer Arzt sichert die Diagnose meist durch einen Bluttest. Bei Verdacht auf eine Beteiligung des Nervensystems entnimmt der Arzt zusätzlich aus dem Rückenmark Nervenflüssigkeit (Liquor). Dazu punktiert er im Lendenwirbelbereich den Wirbelkanal mit einer Nadel.
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FSME-Diagnose durch Nachweis von Viren oder AntikörpernDas FSME-Virus lässt zu Beginn der Infektion meistens direkt im Blut bzw. in der Nervenflüssigkeit (Liquor) nachweisen. In der späteren Phase ist der Nachweis indirekt: Die FSME-Infektion zeigt sich an Abwehrstoffen (
Antikörper), die der Organismus bei der Bekämpfung des Virus bildet. Wenn der Patient jedoch gegen FSME geimpft ist, reicht der Nachweis von
Antikörpern im Blut oder Serum nicht für die Diagnose FSME: Schließlich können die
Antikörper auch eine Reaktion auf den Impfstoff sein.
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FSME: Es ist nur eine Therapie der Symptome möglich
Bei der FSME sind
Antibiotika dagegen wirkungslos, da es sich bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) um eine Viruskrankheit handelt.
Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Infekten. Für die FSME gibt es keine Therapie, die die Ursachen bekämpft, der Arzt kann nur versuchen, die Symptome zu lindern. Eine Behandlung mit FSME-
Immunglobulin-Präparaten, d. h., eine passive Impfung, entspricht nicht mehr dem neuesten wissenschaftlichen Stand.
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Impfung schützt vor FSME
Dagegen kann mit einer Impfung wirksam vorgebeugt werden. Wer in einem FSME-Risikogebiet lebt oder eine Reise dorthin plant, sollte sich gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis impfen lassen. Dasselbe gilt für Menschen, die berufsbedingt gefährdet sind wie Forstarbeiter, Jäger und Landwirte. Bei der FSME-Impfung handelt es sich um eine aktive Immunisierung mit abgetöteten FSME-Viren, die das Immunsystem zur Antikörperbildung anregen.
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Voller Impfschutz nach neun bis zwölf MonatenIn der Regel sind drei Impfungen notwendig, um den vollen Impfschutz zu erreichen. Nach der ersten Impfung findet die zweite etwa ein bis drei Wochen später statt. Die dritte Impfung ist dann neun bis zwölf Monate nach der ersten Impfung fällig. Der Impfschutz hält dann mindestens drei Jahre.
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Bei Reisen in FSME-Gebiete rechtzeitig an die Impfung denkenNach vollständiger Impfung kann bei 99% der Geimpften mit einem vollständigen Schutz vor FSME gerechnet werden. Bereits nach zwei Impfungen besteht bei 90% ein Schutz, der allerdings nur etwa ein Jahr anhält. Ist ein schneller Impfschutz nötig, wird eine Woche nach der ersten Impfung die zweite und wiederum zwei Wochen danach die dritte Impfung verabreicht. Ein Impfschutz besteht schon ab dem 21. Tag nach Beginn der Immunisierung. Eine Auffrischungsimpfung wird so allerdings schon nach 12 bis 18 Monaten fällig. Auch Kinder ab dem 2. Lebensjahr sollten geimpft werden. Für Kinder bis 12 Jahre gibt es einen speziellen Impfstoff, der weniger Viren enthält und dadurch sehr gut verträglich ist. Eine passive Impfung nach einem Zeckenbiss entspricht nicht mehr dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. FSME-
Immunglobulin-Präparate werden in Deutschland nicht mehr verkauft.
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Als mögliche Nebenwirkungen einer FSME-Impfung können auftreten:
- Rötung oder Schwellung an der Impfstelle
- Fieber, vor allem bei Kindern
- vorübergehend Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen
- sehr selten traten im Zusammenhang mit der Impfung verschiedene Formen der Nervenentzündung sowie starke Kopfschmerzen auf.
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