Zecken – Parasiten mit Biss
Zecken fallen von Bäumen und beißen sofort zu. Das ist falsch. Diese und viele weitere Fehlinformationen über die gefährlichen Blutsauger führen dazu, dass es so viele Zeckenopfer gibt – obwohl wirksamer Schutz eigentlich gar nicht so schwer ist. Der ist zunehmend wichtig, weil im Zuge der Klimaerwärmung die Spinnentiere sich auch in unseren Breitengraden immer weiter ausbreiten und vermehren.Im Überblick
Gefahr durch Zecken - ein harmloser Stich kann ernste Folgen haben
Es ist erstaunlich, wie so ein kleines Tier solch große Abneigung hervorrufen kann. Vielleicht liegt es an den acht Beinen, die die Verwandschaft mit den Spinnen gleich deutlich macht, oder am Beißwerkzeug und dem Saugrüssel, mit dem das Insekt nach Blut bohrt. Die Furcht vor dem Tierchen wird jedoch durch eine Tatsache rechtfertigt: Zecken können lebensgefährliche Krankheiten wie die
Lyme-Borreliose oder die
Frühsommer-Enzephalitis (FSME) auf den Mensch übertragen.
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Zecken haben den richtigen Riecher für vorbeilaufende BeuteWer im Frühjahr die erste Wanderung durch Wald und Wiesen unternimmt, sollte trotz der sommerlichen guten Laune nicht die Gefahren vergessen, die auf Gräsern und Sträuchern lauern. Denn dort sitzen hungrige Zecken und warten nur darauf, dass sich ein geeigneter Wirt nähert, der ihnen die nötige Blutmahlzeit beschert. Dabei reicht der Zecke beim Kontakt schon der Bruchteil einer Sekunde, um die Gelegenheit für eine Mahlzeit beim Schopf zu packen und sich von Halm oder Stängel abstreifen und auf der Haut von Mensch und Tier niederzulassen. Es ist also ein Irrtum zu glauben, Hüte könnten vor herabfallenden Zecken schützen, da die Tiere sich gar nicht fallen lassen. Den nahenden Nahrungslieferant, spüren die Zecken unter anderem durch Erschütterung und Helligkeitsabnahme. Und mit dem Hallerschen Organ an den Vorderbeinen können sie ihre Opfer auch riechen.
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Das Leben einer Zecke
Zecken haben drei verschiedene Entwicklungsstadien, in denen sie jeweils einmal Blut saugen müssen:
Die Larve, die Nymphe und die ausgewachsene (adulte) Zecke. Aus den von den Weibchen im Boden abgelegten Eiern schlüpfen zunächst Larven, die sich an kleinen Säugetieren wie Igel oder Hasen festsaugen. Sind sie satt, lassen sie sich fallen und häuten sich zu den sogenannten Nymphen. Diese Tierchen überwintern im Erdreich, um im Frühling wieder hervorzukommen und sich ein neues Opfer suchen. Danach wird aus der satten Nymphe die ausgewachsene Zecke, die sich wiederum einen Wirt sucht. Es kann durchaus Monate dauern, bis der Parasit einen passenden Wirt findet. Nach dieser Blutmahlzeit - bei der die Weibchen bis um das 200fache an Gewicht zulegen können – legen die Weibchen bis zu 3000 Eier. Die Männchen sterben.
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FSME und Borreliose gibt es beim Zeckenstich gratis
Die bekanntesten von Zecken übertragenen Krankheiten sind die
Borreliose und die
FSME. Letztere kommt in Deutschland hauptsächlich in den südlichen Regionen vor, während die
Borreliose in ganz Deutschland verbreitet ist. Die
FSME-Viren werden mit dem Speichel der Parasiten, gleich beim ersten Zustechen, übertragen.
Mit dem Erreger der
Borreliose dagegen infiziert man sich erst etwa 24 Stunden nach der Blutsauger-Attacke, da sich die Bakterien im Darm der Zecke befinden. Das ist auch der Grund, weshalb Zecken so schnell wie möglich entfernt werden sollten, um bei einem Stich von einer infizierten Zecke die Menge an übertragenen Krankheitserregern so gering wie möglich zu halten. Dabei sollte weder gedreht noch gedrückt, kein Klebstoff oder Öl verwendet werden. Am besten wird die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenzange so dicht wie möglich über der Haut gepackt und dann vorsichtig gerade aus der Haut herausgezogen.
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Immer mehr Zecken-InfektionenDie milden Winter der letzten Jahre wirken sich auch auf die Zecken aus: Viele von ihnen sterben in den Wintermonaten nicht mehr. Die Zahl der Parasiten nimmt zu. Und damit auch die Gefahr, sich mit der Frühsommer-Hirnhautentzündung, kurz
FSME oder
Borreliose anzustecken.
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Zecken können Borreliose und FSME übertragen
Zecken sind Parasiten, die sich vom Blut der Säugetiere ernähren. Sie leben in Bodennähe im hohen Gras, Unterholz, Sträuchern, Büschen sowie im losen Laub. Sie fallen nicht, wie häufig vermutet, von den Bäumen herab. Beim Spaziergang gelangen die Holzböcke, wie die Zecken auch genannt werden, leicht auf Kleidung oder Haut und suchen dann nach einer warmen Körperstelle, an der sie sich festsaugen können.
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FSME-Impfung in Risikogebieten dringend empfohlenNach Angaben des Robert Koch Instituts hat sich die Zahl der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündungen in den vergangenen Jahren verdoppelt. Für 2006 registrierte das Berliner Robert Koch-Institut bundesweit 547
FSME-Fälle. 2004 waren es noch 275. Um die Gefahr einer Gehirn- oder Hirnhautentzündung abzuwenden, sollten Sie sich gegen
FSME impfen lassen. Das gilt in besonderem Maße, wenn Sie in einem
FSME-Risikogebiet leben oder eine Reise dorthin planen. Bedenken Sie, dass es mindestens drei Wochen dauert, bis der Impfschutz wirksam wird.
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Zecken schnell entfernenGegen die andere von Zecken übertragene Krankheit, die
Borreliose, gibt es keine Impfung. Es ist deshalb wichtig, Zeckenbisse durch schützende Kleidung zu vermeiden. Sollte sich doch einmal eine Zecke festgebissen haben, gilt es, sie so schnell wir möglich zu entfernen.
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Schnelle Zecken-Entfernung schützt vor Infektion
Ist eine Zecke mit
Borrelien-Bakterien oder
FSME-Viren infiziert, kann sie die Erreger auf den Menschen übertragen. Je länger die Zecke in der Haut steckt und Blut saugt, desto größer ist das Ansteckungsrisiko. Es ist deshalb wichtig, Zecken schnell zu entfernen.
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Jährlich bis zu 100.000 neue Borreliose-Fälle
Am häufigsten übertragen Zecken in Mitteleuropa die
Lyme-Borreliose. "Lyme" heißt diese Art der Borreliose, weil sie im amerikanischen Ort Lyme in den 70er Jahren erstmals beschrieben wurde.
Etwa 10 bis 35% der Zecken sind mit
Borrelien befallen sein. Der Erreger der
Borreliose ist meistens die Borrelia burgdorferi, eine erst 1982 entdeckte Bakterienart. In Deutschland gibt es jährlich 60.000 bis 100.000 neue
Borreliose-Fälle. Nach einem Zeckenstich ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 1,5 bis 6% der Betroffenen mit einer
Borrelien-Infektion zu rechnen, die aber nicht immer zu Beschwerden führt.
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FSME-Risiko nur in bestimmten Regionen
Bei der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), handelt es sich um eine durch ein Virus hervorgerufene Hirnhautentzündung. Allerdings führt nicht jeder Stich einer infizierten Zecke automatisch zu einer FSME und nur 30% der Infizierten zeigen überhaupt Symptome. Im Jahr 2006 haben sich in Deutschland insgesamt 547 Menschen mit FSME infiziert.
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