Die Therapie der Osteoporose muss auf die spezielle Gefährdung des Einzelnen abgestimmt sein. Frauen und Männer mit erhöhtem Osteoporose-Risiko sollten mit Kalzium- und Vitamin-D-reicher Ernährung sowie Sport vorbeugen. Spezielle Medikamente unterstützen den Aufbau der Knochen.Im Überblick
Sowohl für die Vorbeugung wie auch die Therapie sind wichtig:
- eine ausgewogene Ernährung, die viel Kalzium enthält und
- eine regelmäßige körperliche Betätigung, bei der starke Kräfte auf Knochen und Muskeln wirken und sie dadurch gestärkt werden. Besonders geeignet sind hier z.B. Krafttraining oder Tanzen.
Personen mit Osteoporose, die aber noch keinen Knochenbruch erlitten haben, sollten alles daran setzen, einen Bruch zu vermeiden. Die Behandlung umfasst deshalb gesunde Ernährung, Sport und eine medikamentöse Therapie.
Betroffene, die bereits einen Knochenbruch durch Osteoporose (vor allem eines Wirbelkörpers) erlitten haben, sind Hochrisiko-Patienten, die häufig weitere Brüche erleiden. Eine Behandlung nach erlittenem Bruch (die Tertiärprävention) ist zwingend notwendig, wobei grundsätzlich eine dem Risiko angepasste Behandlung anzustreben ist.
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Die Grundlagen jeder Osteoporose-Therapie
Für die Therapie der Osteoporose sind die folgenden Punkte besonders bedeutsam:
- Information über das Krankheitsbild
- Information über das individuelle Ausmaß der Osteoporose
- Ausreichende Kalzium- und Vitamin D-Zufuhr, (die WHO empfiehlt Frauen in den Wechseljahren und Männern über 65 Jahren die Aufnahme von täglich mindestens 1.300 mg Kalzium) und 1000 IE natürliches Vitamin D täglich. durch Nahrung, vor allem Milch und Milchprodukte, Nahrungsergänzung oder Medikamente.
- Bewegung, ggf. Krankengymnastik zum Muskelaufbau und zur Verbesserung von Koordination, Fitness und Reaktionsvermögen
- Vermeidung von Stürzen
- Bei Schmerzen muss eine angepasste Schmerztherapie erfolgen.
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Medikamente für die Knochendichte
Bei Patienten, die bereits eine Osteoporose entwickelt haben, reichen allgemeine Maßnahmen wie eine gesunde Ernährung und Bewegung meistens nicht aus. Sie brauchen außerdem eine Medikamente für ihre Knochen. Es stehen mehrere Medikamente zur Therapie der Osteoporose zur Verfügung:
- Kalzium und Vitamin D in Tablettenform:Kalzium wird für den Knochenaufbau benötigt und Vitamin D verbessert die Kalziumaufnahme aus dem Darm und den Einbau von Kalzium in den Knochen. Beide führen zu einer besseren Knochendichte und so zu einer Abnahme der Knochenbrüche.
- Bisphosphonate: Diese Medikamente binden an die Knochenoberfläche, besonders an Stellen, an denen der Knochenabbau stark ist, und blockieren die Osteoklasten, die zum Knochenabbau führen. So wird der durch die Osteoporose bedingte Knochenabbau gebremst und die Bilanz von Abbau und Aufbau wird positiv, d.h. die Knochenmasse wird langsam erhöht. Dies führt zu einer stärkeren Belastbarkeit des Knochens. Seit Kurzem ist hier auch eine Tablette mit Langzeitwirkung zugelassen, die nur einmal im Monat eingenommen werden muss.
- Strontiumranelat: Strontium ist ein Spurenelement, das dem Kalzium ähnelt. Kombinert mit Ranelicsäure ist es seit Herbst 2004 als Strontiumranelat für die Therapie bei Osteoporose zugelassen. Es hat ähnliche Wirkungen am Knochen wie Kalzium, steigert den Knochenaufbau und hemmt den Knochenabbau. Strontiumranelat sollte abends vor dem Schlafen getrennt von den anderen Osteoporose-Medikamenten eingenommen werden, da Kalzium und Vitamin D die Aufnahme des Medikaments hemmen.
- Raloxifen (Selektiver Östrogen-Rezeptor-Modulator, SERM): beeinflusst östrogenabhängige Vorgänge und erhöht so die Knochendichte.
- Kalzitonin und Fluorid: Für beide Substanzen liegen keine guten oder sogar schlechte Studiendaten vor, so dass sie in der heutigen Therapie nur eine untergeordnete Rolle spielen, z. B. wenn andere Therapiemöglichkeiten nicht in Frage kommen.
- Hormonersatztherapie (HET) bei Frauen: Es gibt Hinweise, dass eine langfristige Hormonersatztherapie einen günstigen Effekt auf die Knochen hat. Über eine Hormonersatztherapie sollten der Hausarzt und der Frauenarzt gemeinsam mit der betroffenen Patientin unter Abwägung aller Vorteile und Risiken entscheiden.
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Mit Sport die Knochen stärken
Bewegung beugt Osteoporose vor, zugleich ist sie aber ein ganz entscheidender Teil der Osteoporose-Therapie. Bei jeder Bewegung üben nämlich die Muskeln einen Reiz auf die Knochen aus, sodass der Knochenaufbau aktiviert wird. Durch diese Beanspruchung nimmt die Knochenmasse zu, genauso wie die Muskelmasse. Ohne Training hingegen kommt es zum Abbau von Knochen- und Muskelmasse. Kräftige Muskeln sind außerdem wichtig, um eine gute Körperhaltung zu ermöglichen, das Gleichgewicht und die Beweglichkeit zu verbessern und
Stürze zu vermeiden.
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Grundregeln für das körperliche Training bei Osteoporose:
- Jede Bewegung zählt
- Überanstrengen Sie sich nicht
- Nutzen Sie jede Möglichkeit im Alltag, sich zu bewegen
- Machen Sie jeden Tag einen strammen Spaziergang
- Halten Sie die Wirbelsäule gerade
- Bücken Sie sich nicht mit rundem Rücken, sondern gehen Sie in die Knie
- Tragen Sie nicht zu schwer, lieber mehrere kleine Lasten
- Machen Sie 3 - 4 mal pro Woche Bewegungsübungen
- Wenn Sie schwer betroffen sind, sollten Sie unter fachkundiger Anleitung üben, um Fehlern und möglichen negativen Folgen vorzubeugen.
Geeignete Sportarten für Osteoporose-Patienten sind:
- Wandern und schnelles Gehen
- Skilanglauf
- Schwimmen
- Tanzen
Bedingt geeignet sind:
- Radfahren
- Reiten (nur für Geübte)
- Ski Alpin (nur für Geübte)
- Tischtennis
Nicht geeignet sind:
- Mannschaftsspiele wie Handball oder Fußball wegen der Gefahr von Stürzen
- Kampfsportarten
- Squash
- Tennis
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