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Richtig handeln bei einer Unterzuckerung (Hypoglykämie)



Tritt bei Diabetes mellitus eine Unterzuckerung auf, muss man schnell handeln. Leichte Unterzuckerungen kann der Diabetiker selbst behandeln, bei einer schweren Unterzuckerung ist er auf fremde Hilfe angewiesen.

Leichte Unterzuckerung

Wenn Sie als Diabetiker Symptome einer Hypoglykämie wie Zittern, Schweißausbrüche, Herzklopfen oder Heißhunger verspüren, sollten Sie umgehend Kohlenhydrate zu sich nehmen, zum Beispiel
  • 20 g Traubenzucker oder
  • die doppelte Menge an Rohrzucker (zum Beispiel 8 Stück Würfelzucker) oder
  • 200 ml Fruchtsaft oder Cola
Haben Sie nichts davon zur Hand, können Sie auch Süßigkeiten essen. Schokolade ist bei einer Hypoglykämie allerdings ungeeignet, weil sie wegen des enthaltenen Fettes zu langsam wirkt. Grundsätzlich führen in Flüssigkeit gelöste Kohlenhydrate zu einem rascheren Blutzuckeranstieg als feste Nahrungsmittel. Setzen oder legen Sie sich hin und warten Sie, bis die Hypoglykämie nach einigen Minuten abgeklungen ist. Messen Sie dann Ihren Blutzucker. Zur Stabilisierung des Blutzuckers können Sie anschließend Obst oder Brot zu sich nehmen.

Schwere Unterzuckerung

Das Risiko, dass sich aus einer leichten eine schwere Unterzuckerung entwickelt, ist groß. Bei einer schweren Unterzuckerung sind Sie nicht mehr selbst in der Lage, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und daher auf die Hilfe anderer angewiesen. Bei einer schweren Unterzuckerung sollte sofort der Notarzt informiert werden, der dann Glukose intravenös verabreicht und gegebenenfalls die Einweisung in die Klinik veranlasst.

Wie Sie als Angehöriger bei einer schweren Unterzuckerung handeln sollten:

Tritt eine schwere Unterzuckerung auf, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:
  • Verständigen Sie sofort den Notarzt.
  • Geben Sie dem Betroffenen Traubenzucker oder Fruchtsaft, bevor dieser bewusstlos wird.
  • Ist der Betroffene bewusstlos, machen Sie die Atemwege frei und bringen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage.
  • Versuchen Sie auf keinen Fall, bei Bewusstlosigkeit zuckerhaltige Getränke einzuflößen.
  • Wenn Glukagon zur Verfügung steht, sollten Sie ein Milligramm davon spritzen. Dabei sollten Sie sich vorher schon einmal mit der Glukagon-Spritze vertraut gemacht haben.
Wie wird Glucagon gespritzt?

Mit Glucagon kann eine schwere Hypoglykämie in der Regel schnell behoben werden, denn es führt zu einer schnellen Freisetzung von Zucker aus der Leber. Die Glucagon-Spritze kann vom Arzt verordnet werden und ist im Kühlschrank zu lagern. Es gibt allerdings auch Sets, die mit einer Fertigspritze ausgerüstet sind und die bei Zimmertemperatur gelagert werden können. Bitte beachten Sie in jedem Fall das Haltbarkeitsdatum und die Lagerungshinweise. Glucagon wird in das Unterhaut-Fettgewebe (wie Insulin) oder in den Muskel (zum Beispiel in den seitlichen Oberschenkelmuskel) gespritzt. Nach dem Erwachen sollte der Betroffene sofort Kohlenhydrate (am besten in flüssiger Form) zu sich nehmen, um die Zuckervorräte des Körpers wieder zu ergänzen. Andernfalls kann nach einer kurzen beschwerdefreien Zeit ein Rückfall in die Hypoglykämie auftreten.

Was können Sie vorbeugend tun?
  • für den Notfall immer Traubenzucker griffbereit haben
  • regelmäßig den Blutzucker messen
  • die Insulin- oder Tablettendosis möglichst optimal anpassen
  • Zwischenmahlzeiten einführen, um starke Schwankungen der Blutzuckerwerte zu vermeiden
  • vor dem Sport die Insulindosis und Nahrungsaufnahme anpassen
  • als insulinbehandelter Diabetiker immer eine Glucagon-Spritze bei sich tragen und auch auf Reisen mitnehmen.

Autoren und Quellen
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