Antibiotika gezielt einsetzen
Ein unkomplizierter Harnwegsinfekt kann bei einer Frau zwar auch von alleine abheilen, doch sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. Er entscheidet, wann Antibiotika notwendig sind. Wenn die Entzündung nicht behandelt wird, können sich schwere Komplikationen wie eine gefährliche Nierenbeckenentzündung entwickeln.Abhilfe ist einfach: Mittel der Wahl ist meist Trimethoprim. Ein
Antibiotikum, das den Stoffwechsel des Erregers hemmt, sodass dieser sein Wachstum einstellt. Manche Ärzte verschreiben auch Nitrofurantoin. Dieses Medikament entfaltet seine volle Wirkung im Urin, gelangt aber nicht in das Gewebe der Nieren. Nitrofurantoin wird vor allem dann eingesetzt, wenn Trimethoprim nicht gut vertragen wird. Während der Therapie mit Nitrofurantoin ist Alkohol
absolut tabu; muss es über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, sollten regelmäßig Blutbild, Leber- und Nierenwerte überprüft werden. Als weiteres Reservemittel gelten Fluorchinolone– dieser Wirkstoff wird manchmal auch als Mittel der ersten Wahl betrachtet.
Oft klingen die Symptome schon ab, bevor der Einnahmezyklus für
Antibiotika – in der Regel 3-5 Tage – beendet ist. Auf keinen Fall jetzt absetzen! Denn das kann nicht nur dazu führen, dass die Infektion wieder aufflackert, weil die Erreger noch gar nicht vollständig abgetötet sind, sondern auch, dass sie resistent auf das
Antibiotikum werden, also nicht mehr darauf ansprechen.
Resistenzenbildung ist immer eine gefährliche Sache, denn im Fall der Fälle kann eine Entzündung, die dringend behandelt werden muss, sich ausbreiten, weil nicht sofort ein wirksames
Antibiotikum gefunden werden kann.
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Antibiotika auch in der Schwangerschaft?
Viele Frauen scheuen mit Rücksicht auf das ungeborene Leben in ihrem Bauch die Einnahme von
Antibiotika in der Schwangerschaft. Gerade in dieser Zeit gilt aber: Eine konsequente Antibiotikatherapie schützt die Gesundheit von Mutter und Kind. Unbehandelte Blasenentzündungen können nämlich nicht nur zu bleibenden Schäden bei der Mutter führen, sie können auch vorzeitige Wehen auslösen. Wenn eine Blasenentzündung vorliegt, kann also auf
Antibiotika nicht verzichtet werden. Die Ärztin oder der Arzt wird dann ein Antibiotikapräparat wählen, das auch in der Schwangerschaft unbedenklich ist, z. B. Penizillin, Cephalosporine und Erythromycin. Zu beachten ist, dass bestimmte
Antibiotika die Wirkung von Folsäure mindern, einem B-Vitamin, das dem
Neuralrohrdefekt beim ungeborenen Kind vorbeugt. Zu diesen Antibiotika gehören Trimethoprim und Sulfonamide, die in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten nicht eingenommen werden sollten. Sulfonamide eignen sich auch nicht für die letzten Schwangerschaftswochen, weil sie die Neugeborenengelbsucht noch verstärken können. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt neben Penicillin (z. B. Amoxicillin) auch Nitrofurantoin als Mittel der ersten Wahl. Manche Veröffentlichungen weisen jedoch darauf hin, dass die Einnahme von Nitrofurantoin auf die ersten 6 Schwangerschaftsmonate begrenzt werden sollte, weil es im letzten Schwangerschaftsdrittel die Neugeborenengelbsucht verstärken könne.
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